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  • Nathan Leuenberger
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Marcel Koller: Ein weiterer Zürcher soll den «neuen» FCB auf Vordermann bringen

Donnerstagmorgen kam der definitive Entscheid: Marcel Koller ist der neue Cheftrainer beim FC Basel.

  

Das Projekt Wicky ist gescheitert – auf allen Ebenen. Noch zu unerfahren der junge Trainer, um den erfolgsverwöhnten FC Basel zu übernehmen. Nichts wollte so richtig klappen, weder Meister- noch Cuptitel konnten nach Basel geholt werden. Übernommen hat Wicky das Amt vor rund einem Jahr vom ehemaligen FC Thun-Trainer Urs Fischer, der Rotblau zwei Jahre in Folge zum Meister- und Cuptitel führte. Wicky ist weg, ein Zürcher ist wieder an der Seitenlinie in Basel und soll's wieder richten.

Zürcher richten's in Basel 

Marcel Koller, langjähriger Trainer der österreichischen Nationalelf, wurde am Donnerstag Nachmittag den Medien als neuer Cheftrainer präsentiert. Es zeichnet sich langsam ein Schema ab in unserer Stadt: Ist das Image angeschlagen, kommt ein Zürcher und poliert es wieder auf. Urs Fischer als letztes Beispiel, Christian Gross als berühmtestes und Koller jetzt als aktuellstes. Und dieser freut sich, wieder die Position als Clubtrainer einzunehmen: «Ich bin grundsätzlich ein Fussballverrückter und hatte jetzt ein paar Monate Ferien. Vor der WM habe ich gemerkt: Es drängt mich, ich will zurück auf den Platz.»

Als österreichischer Nationaltrainer hatte er in den vergangenen Jahren nie durchgehend Kontakt zu den Spielern. Wenn, dann meist via Mail oder Telefon. «Ich freue mich darauf, auch nach einem Match mit den Spielern zusammenzusitzen und das Spiel nochmals zu besprechen.» Bei der Nationalelf waren die Spieler meist schon wieder auf dem Rückweg zu ihrem Club.

Aktiv verteidigen und viel Ball spielen 

Samstag geht es für Koller gleich los. GC kommt zu Besuch, die Mannschaft, bei der Marcel Koller seine Profikarriere absolvierte. Eine Saison lang trainierte er diese und holte den, bis heute letzten Meistertitel von GC. «Ja, es ist sicher ein spezielles Gefühl. Aber das ist jetzt auch schon wieder 15 Jahre her. Nichtsdestotrotz wollen wir am Samstag Punkte holen.» Der neue Trainer von Rotblau ist motiviert, will seine Philosophie aufs Spielfeld bringen – «Aktiv verteidigen und viel Ball spielen.» Daran, dass seine Konzepte in den nächsten anderthalb Tagen schon in der Mannschaft verankert sein werde, glaubt er nicht. Denn bis zur Medienkonferenz hat der neue Trainer die Mannschaft noch gar nicht kennengelernt: «Das wird aber gleich anschliessend geschehen!» Basels Sportchef Marco Streller äussert sich wie folgt zum neuen Trainerstaff: «Wir freuen uns, dass wir mit Marcel Koller und seinen beiden Assistenten sehr erfahrene Trainer verpflichtet haben, die den FCB - national wie auch international - wieder auf Kurs bringen sollen.»

«Wichtig ist, dass wir intensiv mit den Spielern arbeiten, auch mit dem Wissen, dass wir nicht zu viel Zeit haben.» Ein wenig spatzig gibt es, denn seit gestern ist klar: Rotblau wird nicht in der Champions League antreten. Möchte der FCB europäischer Bühne spielen, muss er noch zwei Europa League-Qualifikationen überstehen.

Die Fans im FCB-Forum sind sich noch nicht ganz einig, was sie vom neuen Chef an der Seitenlinie halten sollen. «Ich bin hin- und hergerissen. Aber jetzt geht es, wie auch schon erwähnt, um den FCB», schreibt ein User. Als Assistenztrainer wird übrigens Carlos Bernegger verpflichtet. Den feurigen Argentinien-Schweizer sehen die Fans als «perfekte Ergänzung» zum eher ruhigen Koller. Aber man merkt: Wenn's in Basel nicht läuft, holt man einen Zürcher. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, das bedeutet Erfolg.